
Grüner Tee ohne Koffein – gibt es das?
Kaum ein anderes Getränk hat so eine große Fangemeinde wie grüner Tee. Das liegt nicht nur daran, dass die Teesorte wahrscheinlich schon seit über 5.000 Jahren getrunken wird, sondern auch an ihrer enormen Geschmacksvielfalt. Denn je nach Sorte kann Grüntee fein-herb, grasig, fruchtig, süß, blumig, nussig oder würzig schmecken. Aber auch der wachmachende Effekt des Koffeins trägt zu seiner Beliebtheit bei – und wird gleichzeitig für viele zum Verhängnis. Denn wird der heißgeliebte Grüntee abends getrunken, so sorgt er oftmals für durchwachte Nächte. Aber ist Grüntee immer koffeinhaltig oder gibt es auch grünen Tee ohne Koffein?
Um es kurz und knapp zu beantworten…
…nein, grünen Tee ohne Koffein gibt es leider nicht. Denn Grüntee wird aus den Blättern der Teepflanze Camellia Sinensis hergestellt, aus denen auch die anderen koffeinhaltigen Teesorten wie schwarzer Tee und Oolong Tee bestehen. Die Teepflanze bildet das Koffein eigentlich aus, um sich vor Schädlingen zu schützen. Denn Koffein hat für Insekten nicht nur einen unangenehm bitteren Geschmack, sondern ist zudem für viele Tierarten giftig. Uns Menschen beeindruckt das allerdings herzlich wenig und wir profitieren stattdessen von dem netten Nebeneffekt des Koffeins – seiner wachmachenden Wirkung
Und was ist mit entkoffeiniertem Grüntee?
Seit einigen Jahren besteht die Möglichkeit, eigentlich koffeinhaltige Tee zu entkoffeinieren. Dabei wird den Teeblättern mithilfe chemischer Prozesse das Koffein entzogen. Das funktioniert auch bei Grüntee, allerdings kann das Koffein nicht vollständig aus dem Tee entfernt werden. Entkoffeinierter Grüntee darf noch bis zu 0,4% Koffein enthalten. Wer Koffein gut verträgt, wird dadurch wahrscheinlich keine Probleme bekommen, grüner Tee ohne Koffein ist das jedoch immer noch nicht.
Welcher Grüntee hat wenig Koffein?
Grüner Tee ohne Koffein wird also nur schwer zu finden sein. Es gibt allerdings ein paar Grünteesorten, die besonders wenig Koffein enthalten. Das beste Beispiel dafür ist der japanische Grüntee Bancha. Der Tee wird erst im Sommer geerntet und besteht deshalb schon aus etwas älteren Teeblättern. Aber was hat das mit dem Koffeingehalt zu tun? So einiges! Denn die älteren Teeblätter sind deutlich weniger empfindlich als die jungen Blättchen und Blattknospen, die im Frühling an der Teepflanze sprießen.
Da die jungen Pflanzenteile besonders schutzbedürftig sind, bilden sie auch besonders viel Koffein aus. Je älter die Teeblätter werden, desto mehr nimmt der Koffeingehalt darin wieder ab. Grüntee aus der Sommerernte hat deshalb deutlich weniger Koffein als im Frühjahr geernteter Grüntee. Aus diesem Grund ist der Bancha besonders koffeinarm. In Japan ist er deshalb der Alltagstee schlechthin und wird rund um die Uhr und zu allen möglichen Anlässen getrunken. Dort gibt man den Tee sogar schon Kindern zu trinken.
Der Genmaicha ist ein ebenfalls sehr koffeinarmer Grüntee. Dabei handelt es sich um einen Bancha, der mit geröstetem Reis und Puffreis verfeinert wurde. Das sorgt nicht nur dafür, dass der Tee ein nussiges und leicht malziges Röstaroma erhält, sondern reduziert auch den Koffeingehalt noch weiter.
Grüner Tee ohne Koffein – das Wichtigste zusammengefasst
- Grüner Tee ist immer koffeinhaltig.
- Das gilt auch für entkoffeinierten Grüntee. Dieser darf bis zu 0,4% Koffein enthalten.
- Es gibt allerdings besonders koffeinarme Grünteesorten wie Bancha und Genmaicha.
- Wer abends auf Nummer sicher gehen möchte, sollte statt Grüntee zu koffeinfreien Tees wie Kräutertee, Früchtetee oder Rooibos Tee greifen.